drucken

ProSeLe 2012

Abschlussbericht des Projekts Selbstständig Leben - ProSeLe

Unter dem Titel „Selbstständig Leben – Ambulantisierung mit anderen Mitteln“ ist jetzt der Abschlussbericht des Projekts ProSeLe erschienen. Die Projektverantwortlichen sind mit den Ergebnissen zufrieden.

Das „Projekt Selbstständig Leben“ in Reutlingen hat bewiesen, dass Menschen mit psychischer oder geistiger Behinderung auch dann in einer eigenen Wohnung leben können, wenn sie in vielen Lebensbereichen Unterstützung und sichere Begleitung brauchen.

Der aktuelle Abschlussbericht steht ab sofort hier zum Download bereit »


ProSeLe 2011

Überzeugende Antworten gefunden

Fachleute aus der Sozialpsychiatrie, der Behindertenhilfe und der Sozialverwaltung diskutierten in Reutlingen die Ergebnisse des „Projekts Selbstständig Leben“ (ProSeLe)

Reutlingen (bd) — Rückschau auf ein erfolgreiches Projekt hielten jetzt rund 90 Teilnehmer einer Tagung der BruderhausDiakonie. Das „Projekt Selbstständig Leben“ hat in Stadt und Kreis Reutlingen die Voraussetzungen geschaffen, dass dort auch Menschen mit seelischer oder geistiger Behinderung, die jahrzehntelang in Heimen untergebracht waren, weitgehend selbstbestimmt in der eigenen Wohnung leben können. Unterstützung bekommen sie je nach ihrem persönlichen Bedarf. Mitarbeiter der BruderhausDiakonie haben ein Netz von Hilfen aufgebaut, das diese Unterstützung sichert und ein Leben mit ambulanter Betreuung ermöglicht.

„Bedarfsorientierte ambulante Hilfe statt Heim“ war denn auch die eintägige Vortrags- und Diskussionsveranstaltung überschrieben, in deren Mittelpunkt die Erfahrungen aus dem Reutlinger Projekt standen. Für das Projekt hatten sich BruderhausDiakonie sowie Stadt und Landkreis Reutlingen zusammengetan und über drei Jahre hinweg erprobt, wie auch Menschen mit seelischer oder geistiger Behinderung, die einen hohen Bedarf an Unterstützung haben, in ambulanter Betreuung mehr Selbstständigkeit und Eigenverantwortung leben und entwickeln können. Das Interesse am Projekt und den Erfahrungen daraus war groß. „Wir hatten die Tagung für rund 90 Teilnehmer geplant“, sagt Georg Schulte-Kemna, Leiter des Geschäftsfelds Sozialpsychiatrie der BruderhausDiakonie. „Am Ende waren es mehr als 170 Anmeldungen – fast doppelt so viele, wie wir berücksichtigen konnten.“

In den bisherigen Hilfeangeboten für Menschen mit psychischer Behinderung und Menschen mit geistiger Behinderung habe eine große Lücke geklafft zwischen der Rund-um-die-Uhr-Vollversorgung und der ambulanten Betreuung, so Schulte-Kemna. Menschen, die mehr Unterstützung brauchten, als sie mit den wöchentlich zwei oder drei ambulanten Betreuungsstunden abgedeckt war, seien dadurch fast automatisch in die Vollversorgung gerutscht.

Im „Projekt Selbstständig Leben“ haben deshalb Kostenträger und BruderhausDiakonie gemeinsam Möglichkeiten gesucht und gefunden, die Hilfen flexibler zu gestalten und mehr dem tatsächlichen persönlichen Bedarf der Klienten anzupassen. Dass dieser Versuch gelungen ist, zeigen nicht nur die persönlichen Geschichten der 25 ProSeLe-Teilnehmer, von denen 24 den Sprung von der Vollversorgung hin zu mehr Selbstständigkeit und Eigenverantwortung geschafft haben. Das zeigen auch die jetzt vorliegenden Forschungsergebnisse des Professors Jörg Michael Kastl, der mit seiner Arbeitsgruppe an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg das Projekt wissenschaftlich begleitet hat. „Für die Ermöglichung von Übergängen von stationärer in ambulante Betreuung hat ‚ProSeLe’ einige überzeugende Antworten gefunden“, heißt es in seinem Bericht.

Foto: ProSeLe-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter berichteten über ihre Erfahrungen aus dem Projekt

Kontakt


BruderhausDiakonie
Ringelbachstraße 211
72762 Reutlingen
Telefon 07121 278-0
info(at)bruderhausdiakonie.de

 

Pressekontakt

 

Sabine Steininger,
Pressesprecherin
sabine.steininger(at)bruderhausdiakonie.de

 

Martin Schwilk, Redakteur
martin.schwilk(at)bruderhausdiakonie.de 

 

Ringelbachstraße 211
72762 Reutlingen
Telefon 07121 278 946
Telefax 07121 278 955