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Gustav Werner -
Ein Leben für die Nächstenliebe

Gustav Werner in den 1880er JahrenDie Erkenntnis kommt während eines Frankreichaufenthaltes. Bei der Begegnung mit dem Werk des elsässischen Pfarrers Johann Friedrich Oberlin wird dem jungen Theologiestudenten Gustav Werner klar, was seine Lebensaufgabe sein würde.

Während seiner Vikarszeit in Walddorf bei Reutlingen wird der junge Mann aus gutem Hause mit dem allgegenwärtigen Elend Mitte des 19. Jahrhunderts konfrontiert, vor allem das Schicksal hungernder und verwahrloster Waisenkinder erschüttert ihn. Predigen und Almosen sammeln reichen nicht aus, die christliche Nächstenliebe muss zur Praxis werden! Denn „was nicht zur Tat wird, hat keinen Wert!“

Werner gründet Anstalten, die sich den Bedürftigen annehmen, sammelt Spenden als Wanderprediger, mobilisiert die Gemeinden. Dabei hat er es nicht leicht, muss auf sein Pfarramt verzichten, um seine Ideen verwirklichen zu können.

Unermüdlich ruft er zu gesellschaftlichem Engagement auf, baut Netzwerke, wirbt um Freunde und Unterstützer. Wo er Notwendigkeit sieht, nimmt er neue Herausforderungen an, handelt pragmatisch und sofort.

Kein Mensch soll ausgeschlossen sein von der Gesellschaft, auch verwaiste und arme Kinder brauchen Bildung, geistig und körperlich Behinderte mögen zwar „halbe Kräfte“ sein, können aber dennoch am Arbeitsleben teilhaben. Die aufkeimende Industrialisierung sucht Werner sozial, „christlich“ zu gestalten, er nutzt Fabriken, um mit deren Gewinn seine soziale Arbeit zu finanzieren.

Damit bietet Werner Alternativen, er lebt praktisches Christentum. In seiner Arbeit geht er vollkommen auf. Dabei ist die Hausgemeinschaft, in der er mit Mitarbeiterinnen, Mitarbeitern und Pfleglingen zusammen lebt, seine Familie.

Gustav Werner war nicht nur überzeugter Christ und Prediger, sondern auch mutiger Unternehmer und Industriepionier, visionärer Sozialreformer und liebevoller Pädagoge.

Sein Lebenswerk wirkt bis heute, seine Grundsätze und Visionen sind Grundlage für die Arbeit der BruderhausDiakonie.