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Kirchberger Dialog 2017

Als Führungskraft lebendig streiten und überzeugen

Vertreter aus Wirtschaft und Sozialwirtschaft tauschten sich bei einer Veranstaltung der BruderhausDiakonie und Samariterstiftung zum Thema „Standpunkt setzen, sprachfähig sein, persönlich wachsen“ aus.

Beim Kirchberger Dialog einen Standpunkt finden.

Der Tagungsort: Kloster Kirchberg bei Sulz am Neckar.

Die Teilnehmer: junge und erfahrene Unternehmer/innen aus Wirtschaft und Sozialwirtschaft.

Referent Konrad Gütschow informiert über eine lebendige Streitkultur.

Diskussion und Austausch erweitern den Horizont.

Professor Harald Welzer erläutert wie es gelingt, einen Standpunkt zu finden.

Referentin Cordula Brand probt mit den Teilnehmern ethische Grenzfälle in Unternehmen.

Referent Ulf Posé vermittelt, Führungskräfte sollten sorgsam mit Mitarbeitern umgehen.

Die Vorträge informieren unter anderem über "Führen in komplexen Systemen".

Die Teilnehmer praktizieren Erlerntes in verschiedenen Workshops.

Aikido-Lehrer Gerhard Woehrle führt in den Schwertkampf ein.

Die Herausforderung für die Teilnehmer: einen Standpunkt finden ohne sich zu verletzen.

Beim Kirchberger Dialog einen Standpunkt finden.

Von Experten lernen

Rhetoriker und Wissenschaftler gaben bei der Fortbildung vom 30. Januar bis 1. Februar im Kloster Kirchberg bei Sulz am Neckar Tipps für die Praxis. Beste Voraussetzung ist, einen Standpunkt zu haben und sich auf Debatten mit Argumenten vorzubereiten. Dabei sei das Formulieren eigener Argumente genauso wichtig wie die Auflistung von möglichen Argumenten des Gegenübers, riet Konrad Gütschow, Rhetorik-Coach und Gewinner der deutschsprachigen Debattiermeisterschaft 2016, den Führungskräften. Wer diese Liste habe, sei fit für eine Debatte. Zudem schützten die vorbereiteten Argumente vor langen Diskussionen in Arbeitsbesprechungen. Bewährtes Rezept des Experten: zunächst alle Argumente vortragen und im Anschluss diskutieren.

In Workshops Praxis sammeln

Streiten, diskutieren, den sicheren Stand für den Schwertkampf üben – viele der Teilnehmer setzten die theoretischen Tipps in Workshops um. Sie debattierten über: „Sollen die Gehälter aller offen einsehbar sein?“ Lösten die Frage: „Wie gehen wir mit Kollegen um, die ihre Arbeit nicht mehr ausreichend ausüben können?“, in einer ethischen Fallbesprechung.

Einen Standpunkt finden

Überzeugend für die mehr als 70 Führungskräfte: die freien Vortragsreden von Professor Harald Welzer, Soziologe und Politikwissenschaftler, sowie von Ulf Posé, Leiter eines Instituts für Führungslehre. Welzer lehrte die Teilnehmer, einen eigenen Standpunkt zu finden, um überzeugend zu sein und um sich in zweifelhaften Fällen nicht der Masse anzuschließen. Forschungsergebnisse haben belegt, erklärte Welzer, dass der Mensch als soziales Wesen danach strebe, wechselseitige Erwartungen in einer Gruppe zu erfüllen. Davor bewahre nur der eigene Standpunkt. Zudem sollen Menschen, die etwas erreichen wollen, positiv kommunizieren, sodass es für andere attraktiv sei, mitzumachen.

Mitarbeiter für Aufgaben gewinnen

Referent Ulf Posé beschrieb in seinem Vortrag Eigenschaften einer positiven Führungspersönlichkeit. Der Wirtschaftsethiker hielt dazu an, mit Menschen sorgsam umzugehen. Ein positives Arbeitsklima sei die Grundlage für Vertrauen im Team und dies die Basis einer guten Zusammenarbeit. Eine Führungskraft solle prüfen: Kommt ein Mitarbeiter mit seinem Versagen zu ihr?
Viel zu lachen hatten die Teilnehmer in der Interaktion mit Thomas Kreimeyer, Kabarettist und Kommunikationsexperte. Wie ein Schulmeister provozierte er – „ich bin selbstständig ist kein Beruf“ – sprachlich exakte Antworten.

Junge Führungskräfte erhielten Stipendien

Zum ersten Mal nahmen am Kirchberger Dialog acht Stipendiaten teil, junge Führungskräfte aus Wirtschaft und Sozialwirtschaft. Die Stipendien finanzierten die Unternehmen Beck Management Center GmbH, Bosch GmbH sowie Apetito, zwei weitere ermöglichte die BruderhausDiakonie.
Der nächste Kirchberger Dialog ist vom 29. bis 31. Januar 2018. Anmeldung bei tobias.staib(at)bruderhausdiakonie.de 

Stimmen zum Kirchberger Dialog »

Fotos: BruderhausDiakonie

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