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Leuchtturmprojekt

Quartierszentrum Bezner feierlich eröffnet

Im neuen Mühlenviertel in Ravensburg, dem ehemaligen Bezner-Areal, fördert die BruderhausDiakonie das Miteinander von Bürgern mit und ohne Behinderung.

Übergabe des symbolischen Schlüssels.

Ganzheitliches Projekt

„Unsere Klienten dürfen Begegnung und Austausch erfahren, Integration in das Quartier und somit in den ganz normalen Alltag – und darüber hinaus Herzlichkeit, Wärme und Liebe.“ Das sagte Andreas Lingk, Kaufmännischer Vorstand der BruderhausDiakonie, in seiner Ansprache bei der feierlichen Eröffnung des Quartierszentrums Bezner am 9. Januar. „Hier können Menschen in ihrem vertrauten Umfeld arbeiten und selbst bestimmen, wie sie dort leben möchten“, betonte Wolf-Dietrich Hammann, Ministerialdirektor im baden-württembergischen Sozialministerium, und würdigte explizit das „innovative Konzept“ der BruderhausDiakonie. In diesem Quartier werde ein Projekt realisiert, das die Beschreibung „ganzheitlich“ im besten Sinne verdiene, so die Einschätzung von Ravensburgs Oberbürgermeister Daniel Rapp. „Die BruderhausDiakonie wird mit der Öffnung des Quartierszentrums Bezner für die Bürgerschaft einen wichtigen Beitrag für die Gemeinde- und Sozialraumorientierung im Quartier in der östlichen Ravensburger Vorstadt leisten“, sagte Jörg Urbaniak, Leiter des Kreis-Sozial- und Inklusionsamts, und sprach von einem „Leuchtturmprojekt“. Die Segensworte zur Eröffnung sprach der Ravensburger Dekan Friedrich Langsam.

Arbeiten, einkaufen, sich treffen

Das 117 Jahre alte, denkmalgerecht renovierte Backsteingebäude in der Holbeinstraße 22 beherbergt eine Werkstatt für Menschen mit psychischer Erkrankung (WfbM) mit 60 Arbeitsplätzen, eine an die Werkstatt angeschlossene Tagesstruktur mit 18 Plätzen, ein inklusives Café mit Mittagstisch-Angebot. Außerdem einen Lebensmittelladen sowie Räume, die Gruppen und Vereine auch abends und am Wochenende für Kurse und Veranstaltungen nutzen können.

Attraktive Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung

Verkaufsladen und Café bieten den Werkstattbeschäftigten zusätzliche Arbeitsmöglichkeiten im Verkauf und in der Gastronomie sowie Gelegenheiten für Praktika. Der Lebensmittelladen versteht sich als Nahversorger. Er führt Demeter- und Bioland-zertifizierte Produkte aus der Gärtnerei und der Landwirtschaft der BruderhausDiakonie-Einrichtung Riesenhof, regionale Produkte des täglichen Bedarfs sowie Produkte der Fairhandelsgenossenschaft dwp. Die dwp-Produkte werden in der WfbM der BruderhausDiakonie abgefüllt und verpackt.

In einem abgetrennten Gebäudeteil sind die Räume für die tagestrukturierenden Hilfen untergebracht. Dort werden bis zu zwölf Menschen betreut, die nicht oder noch nicht in der Lage sind, eine WfbM zu besuchen. Eine enge Verzahnung mit der WfbM soll den Klientinnen und Klienten der Tagesstruktur den Übergang in ein Beschäftigungsverhältnis in der WfbM erleichtern.

Gelebte Inklusion mitten im Quartier

Die zentrale Lage mitten im Quartier fördere die Begegnung von Menschen mit und ohne Behinderung und helfe, Berührungsängste abzubauen. Davon ist Andreas Weiß, Leiter der Fachbereiche Sozialpsychiatrie sowie Arbeit und berufliche Bildung der BruderhausDiakonie in der Region Oberschwaben-Bodensee, überzeugt. Zentrales Ziel der Arbeit im Quartierszentrum Bezner sei, so Weiß weiter, „psychisch kranke Menschen zur gesellschaftlichen Teilhabe zu befähigen und Bürger mit und ohne Behinderung auf normalem Weg zusammenzubringen.“ Die Werkstattbeschäftigten bekämen so Anerkennung und Wertschätzung durch die Bürger des Quartiers, ergänzt Ulrich Gresch, Leiter der BruderhausDiakonie in der Region Bodensee-Oberschwaben: „Die Beschäftigten werden im Sinne gelebter Inklusion in das Stadtviertel integriert.“

Foto: Geiselhart

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