Eine neue Attraktion gibt es auf dem Gaisbühlgelände am Reutlinger Markwasen. Ein Baumlehrpfad informiert Besucherinnen und Besucher über heimische Baumarten. Armin Koch, zentraler Umweltbeauftragter der BruderhausDiakonie, hat den Pfad initiiert. „Die BruderhausDiakonie möchte den Wert der Bäume ins Bewusstsein rücken“, betont er. Auf dem circa 25 Hektar großen Gaisbühlgelände stehen rund 500 Bäume. Zwölf Stationen bieten auf Tafeln Wissenswertes zum Beispiel über den Walnussbaum, den Spitzahorn oder die Trauerweide. So lesen Interessierte etwa darüber, wie groß die jeweiligen Bäume werden und wie sie genutzt werden können. Birkensaft dient als Hausmittel gegen Rheuma und Gicht. Die Blätter des Feld-Ahorns können als Salat gegessen werden. Die Hainbuche ist für die Holzgewinnung wichtig. Die Themen „Baum und Mensch“ und „Baum und Natur“ sind auf zwei Infotafeln dargestellt. Konzept und Gestaltung des Baumlehrpfads verantwortet Thomas Höfer, Vorsitzender des Reutlinger Naturschutzbundes Deutschland (NABU). Fördermittel für den Pfad gibt es vom Biosphärengebiet Schwäbische Alb und vom Rotary Club Reutlingen-Tübingen Nord.

Die Texte auf den Infotafeln sind in einfacher Sprache

Auf dem Bioland Hofgut Gaisbühl arbeiten Menschen mit Behinderung. Zudem besuchen regelmäßig Kindergärten und Schulklassen das Hofgelände, auf dem auch freilaufende Tiere, wie Hühner, Enten und Alpakas leben. Um möglichst viele Zielgruppen zu erreichen, sind die Texte auf den Infotafeln in einfacher Sprache gehalten. Klaus Fischer, Leitung Region Reutlingen Arbeit und berufliche Bildung der BruderhausDiakonie, möchte den Baumlehrpfad in die Bildungsangebote der Werkstätten für Menschen mit Behinderung einbeziehen. Tobias Krug, Werkstattbeschäftigter in der Tier- und Landschaftspflege, sieht den Pfad jetzt täglich an seinem Arbeitsplatz. „Ich finde die Infos sehr interessant, zum Beispiel wie alt die Bäume werden können“, sagt er. Waldkiefern etwa werden bis zu 600 Jahre alt und bedeckten nach der letzten Eiszeit große Flächen in Mitteleuropa.

Der Baumlehrpfad zeigt die Vielfalt heimischer Bäume

Der Baumlehrpfad beginnt an der Trauerweide hinter der Hauptverwaltung der BruderhausDiakonie nahe der Ringelbachstraße. Trauerweiden haben schon viele Dichter und Maler inspiriert. Diese Baumart wird bis zu 20 Meter hoch und etwa 100 Jahre alt. Im Frühling tummeln sich hier Bienen und Insekten. Der etwa 2,5 Kilometer lange Baumlehrpfad ist barrierefrei. Er führt über die Oberlinstraße hoch zum Bioland Hofgut Gaisbühl und in einem Bogen wieder zurück. Eine Esche befindet sich im Mittelpunkt des Gaisbühlgeländes. In ihrem Schatten können sich nicht nur die tierischen Bewohnerinnen und Bewohner entspannen, sondern auch Spaziergängerinnen und Spaziergänger. Auf dem weiteren Weg in Richtung Löschteich, nahe des Seniorenzentrums Markwasen, steht eine Rotfichte. Sie ist mit einem Anteil von 25 Prozent die am häufigsten vorkommende Baumart in deutschen Wäldern.

Weitere Informationen zum Baumlehrpfad erhalten Sie hier.