Am 27. Januar 1945, befreite die Rote Armee die wenigen Überlebenden des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz. Die Nationalsozialisten hatten bis zu diesem Zeitpunkt allein in Auschwitz über eine Million Menschen ermordet. Damit dieses beispiellose Verbrechen nicht in Vergessenheit gerät, gilt der 27. Januar seit 1996 in Deutschland als Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, seit 2005 auch international. Wegen der Corona-Pandemie wurde der Gedenktag in Reutlingen nicht im gewohnten Rahmen, sondern nur in kleinster Form begangen. Katrin Zürn-Steffens, Pfarrerin in der BruderhausDiakonie, und Martin Burgenmeister, Pfarrer an der Christuskirche und Vorstandsmitglied der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Reutlingen, legten stellvertretend einen Kranz an der Gedenktafel am Gustav-Werner-Platz in Reutlingen nieder.

Gedenkstunde 2022 im Kulturzentrum franz.K geplant

Obwohl die Tafel vor allem an die im Zweiten Weltkrieg ermordeten Menschen mit Behinderungen oder psychischen Erkrankungen erinnert, gilt das Gedenken allen Opfern der NS-Gewaltherrschaft. Die Arbeitsgemeinschaft Gedenken, bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern von sozialen und kommunalen Einrichtungen sowie Kirchen, wollte dieses Jahr insbesondere der Menschen gedenken, die von den Nationalsozialisten aufgrund ihrer sexuellen Orientierung verfolgt und ermordet wurden. Wegen der Coronakrise ist dies nun 2022 im Rahmen einer Gedenkstunde im Reutlinger Kulturzentrum franz.K geplant.