Das Living Museum Alb auf der Schwäbischen Alb in Baden-Württemberg vereint offene Ateliers verschiedener Kunstsparten, Ausstellungs- und Museumsflächen unter einem Dach auf einzigartige Weise. Auf derzeit rund 400 Quadratmetern Atelierflächen auf zwei Stockwerken arbeiten Kunstschaffende mit und ohne Behinderung zusammen.

Münsingen-Buttenhausen ist Kunst-Treffpunkt

Hier ist der Ort für das erste Living Museum in Deutschland mit Ateliers für bildende Kunst, Theater, Lyrik, Musik sowie mit einem Naturatelier. 500 Menschen leben im Teilort, 14.500 Bürger wohnen insgesamt in Münsingen. Ein Kunstatelier mit Künstlerinnen und Künstlern, deren Werke mehrfach bei Ausstellungen prämiert worden sind, besteht als Werkstatt für Menschen mit Behinderung seit einigen Jahren. Sarah Boger, Kunsttherapeutin der BruderhausDiakonie, einer gemeinnützigen Stiftung, hat dieses sukzessive mit Künstlern und Mitarbeitern entwickelt und schließlich mit Genehmigung von Vorstand und Regionalleitung der Stiftung ein Living Museum aus dem stetig wachsenden Kunst-Ort kreiert.

Das Living Museum verbindet Ausstellung und Atelier

Besucherinnen und Besucher erleben Künstlerinnen und Künstler mit und ohne Unterstützungsbedarf bei ihrer Arbeit. 1983 in den USA gegründet, gibt es Living Museen heute unter anderem in New York, USA, in Städten der Niederlande, der Schweiz, in Korea und mit dem Living Museum Alb nun auch in Deutschland. Dieses ist in einem Gebäude der 70er Jahre, einem ehemaligen Pflegeheim für psychisch kranke Menschen, gleich neben dem Schloss in Münsingen-Buttenhausen, untergebracht. Auf zwei Stockwerken haben Künstlerinnen und Künstler die Möglichkeit, ihr kreatives, künstlerisches und intellektuelles Potenzial zu entfalten. Neben den Ateliers bieten das offen gestaltete Bistro, die weiten Flure mit Kunst und die Sitzecken Gelegenheit zum Austausch und zu gegenseitiger Inspiration – auch mit Besuchern, sobald die Corona-Verordnung es wieder erlaubt.

Atelierberichte geben einen Einblick in die Arbeit

Viele der aktuell rund 70 Künstler wünschen sich seit der letzten gemeinsamen großen Ausstellung vor zwei Jahren, in der sie direkt vom Publikum Resonanz erfuhren, ihre Kunst dauerhaft öffentlich zu zeigen. Mit regelmäßigen Atelierberichten auf der Homepage des Museums wollen sie sich während der Corona-Zeit mitteilen. Im Frühjahr sind Naturatelier und der Garten der Sinne attraktive Betätigungs- und Erholungsorte. Für den hier geplanten interaktiven Ausstellungs- und Kreativraum kooperieren Künstler und Mitarbeiter mit dem Biosphärenzentrum Schwäbische Alb.

Im Living Museum Alb ein Atelier mieten

Benachbart zum Living Museum ist das Café Ikarus der BruderhausDiakonie, namentlich gewidmet dem berühmtesten Flugpionier des Lautertals, Gustav Mesmer. Einige Abbildungen seiner Fluggeräte sind hier zu sehen. Angedacht ist, einen Teil seines Werks im Living Museum zu präsentieren. Dazu und für weitere Aktivitäten müssen einige Räume noch saniert werden. Spenden für das inklusive Vorhaben Living Museum Alb sind willkommen. Interessierte können noch freie Ateliers mieten.