Bei der BruderhausDiakonie in Donaueschingen herrscht im Juli 2020 schon fast wieder Vollbetrieb. „Die neueste Corona-Verordnung für Werkstätten erlaubt uns, die Auslastung der Werkstätten wieder anzustreben“, sagt Iris Wößner, Fachbereichsleiterin Arbeit und berufliche Bildung in der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg. „Wir nutzen für die Produktion zwischenzeitlich alle räumlichen Reserven, die eine Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln gewährleisten.“ Nur ganz wenige Beschäftigte bleiben bis auf Weiteres ihrem Arbeitsplatz aus gesundheitlichen Gründen fern.

Hygienekonzept an Corona-Bedingungen angepasst

„Wir haben nach wie vor viele Aufträge von unseren Industriekunden“, sagt Patrick Fischer, Teamleiter Sozialpsychiatrie in der Werkstatt Donaueschingen. Um die Nachfrage zu bedienen und den Betrieb auch in den vergangenen Wochen aufrechtzuerhalten, seien zeitweilig sogar Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus der Gastronomie eingesprungen. Das bestehende Hygienekonzept sei an die Corona-Bedingungen angepasst und umgesetzt worden. Dieses werde seither streng eingehalten.

Heimarbeitsplätze in den Wohnbereichen eingerichtet

Nachdem die Werkstatt für Menschen mit Behinderung auf Notbetrieb umgestellt hatte, ermöglichten die Teams aus Werkstätten und Wohnbereichen 70 Menschen mit Handicap rasch und flexibel Arbeit und Beschäftigung in den Wohnbereichen. Denn Menschen mit psychischer Erkrankung sind auf eine verlässliche Tagesstruktur angewiesen. „Wir haben einen Besprechungsraum umfunktioniert und dort Arbeitsplätze eingerichtet“, erzählt Bianka Niebann, Teamleiterin im stationären Wohnen. Von Werkstattmitarbeitern betreut und angeleitet, montierten Klienten in Heimarbeit zum Beispiel Schubladendämpfer.

Interne Webseite mit Infos, Videos, Unterrichtsmaterial

Die Verlegung von Arbeitsplätzen in Räumlichkeiten des stationären Wohnens habe wechselseitige Einblicke und mehr Verständnis füreinander geschaffen, betont Silke Kersting, Bereichsleiterin Sozialpsychiatrie. Für kurzfristige Unterstützung sorgte auch eine interne Webseite der Werkstätten mit aktuellen Informationen, Erklär-Videos und Unterrichtsmaterial in einfacher Sprache. Nicht nur die Webseite wird bleiben. Die Krise habe auch, sagt Silke Kersting, „den Zusammenhalt in der Region gestärkt“.