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Bundesinnenminister zeichnet Jugendliche aus Nürtingen für ihr Videoprojekt aus

Fachdienst Jugend, Bildung, Migration der BruderhausDiakonie in Nürtingen unterstützte preisgekröntes Projekt

Der Nürtinger Kickboxer Gökhan Arslan

Die jungen Männer sind noch ganz erfüllt von ihren Erlebnissen in Berlin: Am vergangenen Dienstag hatte ihnen dort Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich den ersten Preis im Jugendwettbewerb „Erfolgsgeschichten“ der Deutschen Islam Konferenz übergeben für ihren Film „Wendepunkt“. Den beiden Nürtingern Nico Gunzenhauser (20) und Abdulkadir Korkmaz (22) ist tags drauf noch anzumerken, dass sie einen anstrengenden Tag hinter sich haben. Dabei müssen die beiden heute wenigstens nicht arbeiten wie ihr Kumpel Jan-Peter Dürr (20). Der fuhr gleich nach der Preisverleihung wieder zurück nach Friedrichshafen, wo er eine Schiffsbauerausbildung macht.
Dass ihnen Innenminister Friedrich in Berlin die Hand schütteln und sie zu ihrem Film beglückwünschen würde, daran hätte das Trio bis vor kurzem nicht einmal im Traum gedacht. Ihren jetzt prämierten Film „Wendepunkt“ hatten sie auch nicht für den Wettbewerb gedreht, sondern als Abschlussarbeit an der Stuttgarter Akademie für Kommunikation.
Ursprünglich hatten sie die Ultras porträtieren wollen, eine radikale Fangruppe des VfB Stuttgart. Doch dann lernten sie den vielfachen Kickbox-Weltmeister Gökhan Arslan kennen, der in Nürtingen wohnt und in Esslingen eine Kampfsportschule betreibt. Der bereitete sich gerade auf seinen letzten Weltmeisterschaftskampf als Kickbox-Profi vor. Mit ihm nahmen sie insgesamt rund 45 Stunden Videomaterial auf. Am Ende schnitten sie den Film auf knapp sieben Minuten zusammen, in denen Arslan seine persönliche Migrationsgeschichte erzählt: Wie es ihm als einem Jungen aus Anatolien gelungen ist, in Deutschland Fuß zu fassen und weltweit der Erfolgreichste in seiner Sportart zu werden. Und wie er in seinem Alltag ganz unspektakulär dafür arbeitet, anderen die Integration zu erleichtern.
Auf die Idee, den Film beim „Erfolgsgeschichten“-Wettbewerb einzureichen, brachte sie der Nürtinger Fachdienst Jugend, Bildung, Migration der BruderhausDiakonie. Denn dort wurde das Potenzial des Films schon während der Entstehungsphase erkannt. „Die Idee war, den Film in unsere Projekte einfließen zu lassen“, sagt Ingrid Gunzenhauser, die Leiterin des Fachdienstes und Mutter von Nico, „wir wollten ihn bei unserer Arbeit in Schulen zeigen, denn Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund brauchen Vorbilder wie Gökhan Arslan.“ Eine weitere Zusammenarbeit des Dienstes mit Arslan, der auch immer wieder in Schulen auftritt und mit Kindern und Jugendlichen über Integration diskutiert, ist bereits geplant. Für Preisträger Abdulkadir Korkmaz, der seit seinem Abschluss an der Akademie für Kommunikation sein Geld mit Filmen von Hochzeiten, Geburtstags- und Firmenfeiern verdient und gerne als Dokumentarfilmer arbeiten würde, könnte der Preis zudem ein beruflicher Einstieg werden, hofft Ingrid Gunzenhauser. Denn neben dem Preisgeld von 1000 Euro haben die jungen Nürtinger auch ein journalistisches Praktikum bei einem Fernsehsender, einem Magazin oder einer großen Tageszeitung gewonnen.

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