Afrika im Klassenzimmer
Wie leben Menschen mit Behinderung in Tansania? Das erfuhren Schüler der Wilhelm-Maybach-Schule jetzt hautnah vom Tansania-Arbeitskreis der Behindertenhilfe Neckar-Alb.
Eine besondere Unterrichtsstunde erwartete am Montagmorgen, 11. Mai, 40 Schülerinnen und Schüler der Wilhelm-Maybach-Schule. Friedemann Salzer, Geschäftsführer der Kreiskliniken Reutlingen sowie Initiator der Partnerschaft mit dem Diakoniezentrum, Daniel Anhorn, Andreas Schmolke und Daniel Steeb von der Behindertenhilfe Neckar-Alb brachten neben Schokolade reichlich exotischen Unterrichtsstoff mit und einen Gast aus Tandala: Diakon Elikana Kitahenga.
Einblicke aus erster Hand
Die Jugendlichen erfuhren dabei aus erster Hand, wie es ihren Altersgenossen im Südwesten des afrikanischen Landes ergeht: Elikana Kitahenga, Diakonie-Beauftragter der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Tansania, erzählte von Klassen, in denen sich 80 Kinder ein Übungsbuch teilten, von kilometerlangen Fußmärschen zur nächsten Schule, von finanziellen Sorgen, wenn das Geld für den Schulbesuch nicht reicht.
Hoffnung für benachteiligte Menschen
Das Diakoniezentrum gebe hier neue Hoffnung, gerade für besonders benachteiligte Menschen. Waisenkinder und Menschen mit Handicap können die Schule besuchen, eine Ausbildung machen oder medizinische Hilfen in Anspruch nehmen. Dies ermöglichten Spenden sowie Mittel des Diakoniezentrums. Derzeit sei das Zentrum noch überwiegend auf Spenden aus Deutschland angewiesen. Langfristig wollen die Mitarbeiter aber unabhängiger von auswärtigen Hilfen werden.
Produkte zum Anfassen
Um dieses Ziel zu erreichen, betreibt das Diakoniezentrum seit einigen Jahren eine Korbflechterei, eine Schreinerei und eine Textilwerkstatt. Der Verkauf der Produkte soll den Unterhalt der Arbeitskräfte und des Zentrums sichern. Zur Veranschaulichung hatten die Mitglieder des Arbeitskreises einiges mitgebracht. Die Schülerinnen und Schüler der Wilhelm-Maybach-Schule bestaunten Körbe aus Elefantengras, Batik-Taschen und filigrane Holzfiguren.
Anreiz zum Engagement
Zum Abschluss durften die Jugendlichen noch an einem Experiment teilnehmen: Mit Schokolade stellte der Arbeitskreis die weltweite Nahrungsmittel-Verteilung nach. Ein Drittel der Menschheit konsumiert demnach zwei Drittel aller Lebensmittel eine Ungerechtigkeit, die die Schülerinnen und Schüler selbst zu spüren bekamen. Auch unter ihnen wurde die Schokolade nach der weltweiten Verteilung ausgegeben.
Eine Erfahrung, die, wenn es nach Schulleiter Werner Beck geht, bleibenden Eindruck machen soll: Ich hoffe, dieser Vormittag gibt den Schülern Anreiz, sich zu engagieren.