Angebote für Ältere sowie für Jüngere in den Blick nehmen
Der BruderhausDiakonie-Vorstand engagiert sich vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg mit diversen Forderungen für Menschen mit Unterstützungsbedarf.
An diesem Morgen im Januar treffen Dr. Tobias Staib, Vorstandsvorsitzender und Fachlicher Vorstand der BruderhausDiakonie, sowie Expertinnen und Experten der BruderhausDiakonie den Landtagsabgeordneten Daniel Lede Abal, Bündnis 90/Die Grünen. Lede Abal ist Parlamentarischer Geschäftsführer seiner Fraktion im Landtag, Sprecher für Migration und zuständig für den Wahlkreis Tübingen.
Pflege und Angebote für ältere Menschen sind zunächst das Thema am 23. Januar 2026 in der Tübinger Tagespflege Alte Weberei, die von BruderhausDiakonie-Mitarbeiterin Barbara Stotz geleitet wird. 15 ältere Menschen kommen wöchentlich an bestimmten Tagen, um gemeinsam den Tag zu gestalten – in zwei Gruppen und je nach Interesse mit Zeitungslektüre, Schach und anderen Spielen, kreativem Gestalten und Bewegung. Gerade ist Frühstückzeit, Barbara Stotz erläutert bei der Führung durch die Räume den Tagesablauf. Daniel Lede Abal fragt in die Runde, wie es den Gästen gefällt. Sie kommen gern, so die Reaktion von zwei Besuchern und einer Besucherin.
Ältere Menschen benötigen unterschiedliche Angebote
Dr. Tobias Staib fordert, dass die Politik, angesichts der Tatsache, dass der Pflegebedarf in den kommenden Jahren explodieren werde, Angebote für ältere Menschen besser finanzieren müsse. Vor allem sei es wichtig, unterschiedliche Angebote für ältere Menschen bereitzuhalten wie barrierefreies Wohnen, Tagespflege sowie Pflegewohngemeinschaften mit der Möglichkeit, 24 Stunden betreut zu sein. Statistisch gebe es bereits jetzt einen hohen Bedarf an Tagespflegeplätzen. Das Angebot werde aber, was er bedauert, noch zu wenig nachgefragt. Tagespflegeleitung Barbara Stotz weist auf die hohen Fahrtkosten hin, die bei zu wenigen Gästen nicht refinanziert seien.
Tagespflege bietet Gemeinschaft und Förderung
Dr. Beate Radzey, Fachbereichsleitung BD mobil – der Pflegedienst der BruderhausDiakonie, informiert im Gespräch mit Daniel Lede Abal, dass Menschen in der Tagespflege gefördert werden und somit länger ihre Fähigkeiten erhalten. Studien wiesen nach, dass beispielsweise bei Menschen mit Demenz „kognitive Inseln“ bleiben. So spielten einige noch Schach, machten Musik, in der Tagespflege sei die Möglichkeit dafür. Wichtig sei auch, dass ältere Alleinstehende ihre Einsamkeit durchbrechen, das sorge für mehr Lebensqualität.
Marc Böhringer, Leitung Region Reutlingen-Tübingen Altenhilfe, fragt Lede Abal: „Und wie kriegen wir das Angebot Tagespflege besser transportiert?“ Der Landtagsabgeordnete unterstreicht, dass der Grundgedanke, niederschwellige Angebote bereitzuhalten, richtig sei. Er schlägt vor, in Quartieren direkt über Angebote für Zielgruppen zu informieren. In der Landespolitik arbeite man daran, was zukünftig die richtigen sozialen Strukturen sein könnten, beispielsweise Anlaufstellen wie Stadtteil- oder Familienzentren.
Junge Menschen brauchen berufliche Perspektiven
Die unterschiedlichen Längen von Fahrradketten und ihre Funktion sind bei der weiteren Station des Besuchs von Daniel Lede Abal, im Ausbildungsverbund mit Fahrradwerkstadt in Tübingen, Gesprächsthema. Ausbilder Michail Vernalis und eine Auszubildende im ersten Lehrjahr erläutern einzelne Inhalte der Ausbildung zur Zweiradmechanikerin.
Lede Abal erhält an diesem Vormittag einen Gesamtüberblick: Der Ausbildungsverbund der BruderhausDiakonie in Tübingen bietet rund 90 Menschen berufliche Orientierung im Malerhandwerk, in der Holz- und Metallbearbeitung, Unterstützung bei der Integration in den Arbeitsmarkt sowie Ausbildungen. Gelehrt wird auch 3D-Druck. Johann Küenzlen und Thomas Haas, Verantwortliche im Ausbildungsverbund, sowie Regionalleitung Klaus Fischer führen den Landtagsabgeordneten durch die unterschiedlichen Arbeitsbereiche. Problematisch sei, so Haas und Küenzlen, dass Auszubildenden, die eine von der Agentur für Arbeit oder vom Jobcenter geförderte Ausbildung machen, keine Berufsschulen mehr zu Verfügung stehen. Denn immer weniger Berufsschulen weisen die für Bildungsträger vorgeschriebene AZAV-Zertifizierung vor, ein gesetzlich vorgeschriebenes Qualitätsmanagement. Nun leiste die BruderhausDiakonie den Berufsschulunterricht für Zweiradmechaniker in ihrer eigenen Schule in Reutlingen, um den Berufsschulunterricht sicherzustellen. Die Wilhelm-Maybach-Schule hat das Qualitätssiegel AZAV. „Unsere Herausforderung ist nun, wie bekommen wir dort eine Klasse voll, damit es sich rechnet“, sagt Johann Küenzlen. Lede Abal verspricht das Thema AZAV-Zertifizierung von Berufsschulen mitzunehmen und mit Fachleuten zu besprechen. Im Anschluss wollen sich Politiker und Vertreter der BruderhausDiakonie noch einmal austauschen.
Erfahren Sie mehr über die Tagespflege der BruderhausDiakonie in der Alten Weberei in Tübingen.
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Erfahren Sie mehr über die Angebote des Ausbildungsverbunds der BruderhausDiakonie.
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