Teilhabe zum Leben

Ausstellung: Mit Bildern erzählt sie von ihrem Tag

Eine Frau mit Brille schaut in die Kamera.
Ohne zu sprechen und zu hören, hat Elina Lie ihre Ausdrucksform gefunden.

Elina Lie ist in ihrer Sinneswahrnehmung stark eingeschränkt. Um mit ihrer Umwelt zu kommunizieren, hat sie einen künstlerischen Weg gewählt.

Wenn Elina Lie in die Fördergruppe im Lotte Merkh Haus in Reutlingen kommt, hat sie stets eine kleine Digitalkamera dabei. Der Fotoapparat begleitet die 37-Jährige durch den Tag. Er ist ihr Sprachrohr. Elina Lie spricht nicht. Sie hört nichts und ihr Sehvermögen ist eingeschränkt. Dennoch sind es Bilder, mit denen sie von ihrer Welt erzählt. Alles fotografiert sie: Bäume, ihr Essen, ihre Malerei. Mithilfe der Fotos berichtet sie, was sie erlebt, was sie gesehen hat. „Sie weiß genau, was sie jemandem als letztes gezeigt hat“, berichtet Annegret Daumüller vom Sozialdienst Werkstätten der BruderhausDiakonie. „Wenn ein Gruppenleiter einen Tag nicht da war, setzt sie dort an, wo sie beim vorigen Zusammentreffen aufgehört hat.“ So lässt sie andere Menschen fast lückenlos an ihrem Leben teilhaben.

Bilder von Vögeln in einer Ausstellung

Neben dem Fotografieren ist Malen ihre liebste Beschäftigung. Rot ist ihre Lieblingsfarbe. Ihre Bilder zeigen Vögel, Tiere, Blumen. Über Gemaltes kann sie sich ausdrücken: Freude, die sie empfindet, ihre Eindrücke aus der Natur und wie sich die Landschaft mit den Jahreszeiten verändert. Eine Kunstassistentin begleitet Elina Lie einmal in der Woche bei diesem Prozess. Durch diese Begleitung entwickelt die 37-Jährige Strategien, mit Barrieren umzugehen und eine eigene Ausdrucksform zu finden.

Unter dem Titel „Vogelstimmen“ stellt Elina Lie einige ihrer Bilder mit Vogelmotiven im LABORfenster der Stiftung Kulturlabor in Tübingen im Mirabeauweg 3 aus. Ihre Werke sind noch bis zum 11. September 2026 in diesem besonderen Schaufenster zu sehen. 

Mehr zur Ausstellung

Information zu unseren Förder- und Tagesgruppen für Menschen mit Behinderung