Pflege

BruderhausDiakonie-Vorstandsvorsitzender beurteilt Pflegereform

Das Foto zeigt den Dr. Tobias Staib, Vorstandsvorsitzender der BruderhausDiakonie.
Dr. Tobias Staib: Pflege betrifft viele Menschen in der Gesellschaft.

Die Einigung der Bundesregierung zur Pflegereform wertet der Vorstandsvorsitzende der BruderhausDiakonie Dr. Tobias Staib als wichtiges Signal.

Die Einigung am 30. September 2026 zeige, dass die Herausforderungen in der Pflege erkannt werden und die finanzielle Stabilisierung des Systems politische Priorität erhält. „Als BruderhausDiakonie begrüßen wir ausdrücklich, dass die Reform über reine Finanzierungsfragen hinausgeht und strukturelle Impulse für die Weiterentwicklung der Pflege setzt.“

Tarifliche Vergütung wird refinanziert
„Positiv“, so Staib, „bewerten wir das klare Bekenntnis der Bundesregierung zur Refinanzierung tariflicher und kirchlicher Vergütungen. Gute Arbeitsbedingungen und eine verlässliche Refinanzierung sind Voraussetzungen, um Fachkräfte zu gewinnen und langfristig in der Pflege zu halten.“

„Wir sehen zugleich", betont der Vorstandsvorsitzende, "dass die Sicherung der Finanzierungsgrundlagen der Pflegeversicherung dringend notwendig ist. Angesichts der angespannten Finanzlage braucht es Reformen, die sowohl die Beitragszahlenden als auch die Versorgungssicherheit im Blick behalten. Die vorhandenen Probleme lassen sich nicht ignorieren. Umso wichtiger ist es, Lösungen zu finden, die sowohl die finanzielle Stabilität des Systems sichern als auch eine auskömmliche Finanzierung der Einrichtungen gewährleisten. Pflege darf nicht zum Gegeneinander von Beitragsstabilität und Versorgungsqualität werden.“

Pflege muss wohnortnah sein
Grundsätzlich sei es richtig, den Sozialraum stärker in den Mittelpunkt der pflegerischen Versorgung zu rücken. „Pflegebedürftige Menschen brauchen wohnortnahe, gut vernetzte Unterstützungsstrukturen, in denen professionelle Dienste, niedrigschwellige Angebote, Angehörige und zivilgesellschaftliches Engagement sinnvoll zusammenspielen“, erläutert Staib. „Es bedarf eines Sozialraumbudgets, das niedrigschwellige Strukturen stärke, ohne professionelle Angebote zu schwächen, und den Pflegebedürftigen echte Wahlmöglichkeiten erhält. Gerade ambulante Pflege- und Betreuungsdienste sind vielerorts ein zentraler Bestandteil des Sozialraums und tragen wesentlich dazu bei, häusliche Pflegearrangements zu stabilisieren.“ 

Erfahrungen der Träger einbeziehen
Entscheidend werde nun sein, wie die angekündigte Pflegestrukturkommission die langfristige Reform ausgestalte. Dabei müsse die Stimme der Träger gehört werden. Die Erfahrungen aus der Praxis seien unverzichtbar, wenn Reformen nicht nur auf dem Papier funktionieren, sondern tatsächlich bei den Menschen ankommen. 
„Unser Appell in der BruderhausDiakonie lautet“, sagt Vorstandsvorsitzender Dr. Tobias Staib, "die jetzt beschlossenen Impulse müssen gemeinsam mit den Trägern weiterentwickelt werden. Nur wenn politische Reformziele und praktische Erfahrungen zusammengeführt werden, gelingt eine Pflege, die bezahlbar, verlässlich und zukunftsfähig ist.“