Unterstützungszentrum Altensteig

Ein Ort der Inklusion mitten in der Stadt

Das Bild zeigt eine Frau, die Metallteile zusammensetzt.
Die tägliche Arbeit gibt Struktur und Wertschätzung.

Das Unterstützungszentrum liegt im Zentrum von Altensteig. Petra Schulz wohnt im beschützenden Bereich und ist gern im Ort unterwegs. 

Petra Schulz* organisiert ihren Alltag in exakt terminierten und wiederkehrenden Abläufen. Das gibt ihr Sicherheit. Sie schätzt die regelmäßigen Essenszeiten im Haus. Frühstück, Mittag- und Abendessen nimmt sie gern in ihrem Zimmer ein. Dort ist es ruhig, dort kann sie für sich sein. Zuverlässig nimmt sie ihre Medikamente ein. Ihre Kleidung wäscht sie stets am gleichen Wochentag zu einer bestimmten Uhrzeit. Täglich geht sie im Gebäude ihrer Arbeit nach. Im Werkraum schraubt und steckt sie rund ein halbes Dutzend Teile in einer bestimmten Reihenfolge zusammen. Dabei sondert sie akribisch Fehlproduktionen aus. „Auf ihre sorgfältige Montagearbeit ist Verlass“, berichtet Jochen Gehrmann, Bereichsleitung Eingliederungshilfe Region Nordschwarzwald/Böblingen.   

In der Herkunftsregion betreut werden

Das Unterstützungszentrum Altensteig, das die BruderhausDiakonie 2017 eröffnet hat, ermöglicht Menschen mit Behinderung aus dem Landkreis Calw in ihrer Herkunftsregion betreut zu werden. 24 Menschen wohnen dort in drei Gruppen auf zwei Etagen. In der Besonderen Wohnform Plus, dem beschützenden Bereich, leben acht Menschen zusammen. Alle haben ein eigenes Zimmer mit Bad. Gemeinsam genutzt werden ein Gemeinschaftsraum, in dem auch Trainingsgeräte stehen, ein Ruheraum sowie die Küche. 

Sich gut versorgt wissen

Am Nachmittag geht Petra Schulz gern spazieren und noch lieber einkaufen. Ihr Zimmer hat sie mit vielen Kleinigkeiten geschmückt, die sie von ihren Einkäufen mitbringt. Über ihre Finanzen kann die junge Frau nicht allein entscheiden. Sie hat eine rechtliche Betreuerin, von der sie ein Taschengeld erhält. Petra Schulz lebt in der Besonderen Wohnform Plus, weil sie einige Auflagen erfüllen muss, beispielsweise regelmäßig ihre Tabletten einnehmen. Der Betreuungsschlüssel des Personals ist in dieser Wohngemeinschaft höher als in einer offenen Wohngruppe. Petra Schulz hat so eher eine Ansprechpartnerin, wenn sie eine benötigt. „Das Wichtigste ist, dass ich gut versorgt bin“, sagt sie.   

Heilpädagogin ist Bezugsperson vor Ort 

Heilpädagogin Annette Lipinski ist ihre Bezugsperson. Sie ist auch beim Gespräch dabei. Ein vertrautes Gesicht gibt Sicherheit. „Ich freue mich immer, wenn sie kommt“, sagt Petra Schulz. Annette Lipinski begleitet sie zum Arzt, übernimmt Organisatorisches, hilft bei der Freizeitgestaltung und ist in Krisensituationen da. Sie pflegt die Kontakte zu Familie und Bekannten. Darüber hinaus teilt sie sich mit anderen Kolleginnen und Kollegen den Gruppendienst: All die alltäglichen Aufgaben, die in einer Wohngruppe anfallen – von der Essenszubereitung über pflegerische Aufgaben bis hin zum Organisieren von Festen. Sie arbeite gern mit Menschen und im Team, sagt Annette Lipinski. Ihr gefalle die Vielfältigkeit an ihrem Beruf. „Wir sind immer wieder herausgefordert, Lösungen zu finden.“ Das mache den Reiz aus. „Jeder Mensch, der hier wohnt, ist etwas Besonderes.“  

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