Seniorenzentrum Gebrüder-Hehl-Stift Loßburg

Gemeinsam statt einsam mit dem Projekt „Keiner is(s)t allein“

Das Foto zeigt ältere Frauen, die an einem Tisch sitzen.
In geselliger Runde schmeckt das Essen im Gemeinschaftsraum gleich viel besser.

In Loßburg hat sich der wöchentliche Mittagstisch im Gebrüder-Hehl-Stift in Loßburg etabliert. Ziel ist es, einsamen Menschen Gemeinschaft zu ermöglichen.

Jeden Freitag ist der Gemeinschaftsraum im Seniorenzentrum Gebrüder-Hehl-Stift in Loßburg hübsch hergerichtet. Ehrenamtliche Helferinnen und Helfer servieren den Gästen mit einem freundlichen Lächeln das gewünschte Menü, später räumen sie alles wieder ab. Um Einsamkeit entgegenzuwirken und Gemeinschaft zu ermöglichen, läuft in der Gemeinde Loßburg seit Ende 2024 das Projekt „Keiner is(s)t allein“. Es wird von der BruderhausDiakonie, der evangelischen Kirchengemeinde und der Gemeinde Loßburg getragen. Inzwischen werden im Schnitt etwa 60 Essen ausgegeben. Zwei große Aufsteller direkt vor der Tür laden weitere Gäste, vor allem auch besonders bedürftige Bürgerinnen und Bürger, ein. 

Das Angebot “Gemeinsam zu essen” ist zeitlich nicht begrenzt  

Die Idee zu dem Projekt hatte Bürgermeister Christoph Enderle. Ihn habe beeindruckt, wie groß der Bedarf an einem kostengünstigen Mittagessen bei den einmal jährlich stattfindenden Vesperkirchen sei. Enderle wollte deshalb in seiner Gemeinde ein Angebot schaffen, das zeitlich nicht begrenzt ist. Zusammen mit Pfarrer Ernest Ahlfeld entwickelte er das Projekt „Keiner is(s)t allein“, bei dem jeden Freitag ein kostengünstiges Mittagessen angeboten wird. Zur Auswahl stehen zwei Hauptgerichte, jeweils mit Suppe und Dessert. Das Angebot soll niederschwellig sein, daher sind Anmeldungen nicht notwendig. Es gibt auch keine festen Preise, jeder zahlt, was er kann und mag.  

Seniorenzentrum Gebrüder-Hehl-Stift ist eine lebendige und offene Einrichtung 

Mit der BruderhausDiakonie, die in Loßburg das Seniorenzentrum Gebrüder Hehl-Stift betreibt, fanden Enderle und Ahlfeld eine geeignete Projektpartnerin. Das Pflegeheim wurde 1999 mit finanzieller Unterstützung der beiden Inhaber der Firma Arburg, Karl und Eugen Hehl, errichtet. Auf dem Gelände einer ehemaligen Tuchfabrik entstanden damals 37 stationäre Pflegeplätze mit integrierter Kurzzeitpflege und 30 betreute Seniorenwohnungen. Irmgard Wößner, Fachbereichsleitung Altenhilfe Region Freudenstadt, war von Beginn an dabei. „Im gesamten Landkreis hat das Gebrüder-Hehl-Stift eine Ausnahmestellung. Es ist eine lebendige und offene Einrichtung, das Team und die Kombinationsangebote sind beispiellos.“ Inzwischen gibt es weitere 35 barrierefreie Wohnungen in der Anlage „Am Wassergraben“. Eine Tagespflege wird im ehemaligen alten Kino angeboten. 

Ehrenamtliche erleben Arbeit als sinnstiftend 

Der Gemeinschaftsraum im Gebrüder-Hehl-Stift gehört der Gemeinde und ist das lebendige Zentrum der gesamten Einrichtung. Hier wird der offene Mittagstisch für die Bewohner des Betreuten Wohnens angeboten. Dort tagt aber auch der Seniorenkreis, treffen sich die Mitglieder der Hospizgruppe und des Fördervereins. Und dort ist nun auch das Projekt „Keiner is(s)t allein“ angesiedelt. Pfarrer Ernest Ahlfeld, bestens vernetzt in der Gemeinde, übernahm die Organisation der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer. Inzwischen gibt es fünf bunt gemischte fünfköpfige Teams, dazu kommen noch bis zu sieben flexible Springer. „Die Ehrenamtlichen sind auch großartige Motivatoren, denn sie kommen alle direkt aus Loßburg. Und sie empfinden ihre Arbeit als sehr befriedigend und sinnstiftend“, berichtet Ahlfeld begeistert.  

Auch Gäste aus den Ortsteilen von Loßburg sind willkommen 

Die Gemeinde Loßburg unterstützt das Projekt finanziell und stellt ihr Seniorenmobil zur Verfügung, damit auch Gäste aus den Ortsteilen am gemeinsamen Mittagessen teilnehmen können. Bürgermeister Enderle besucht das Projekt regelmäßig: „Für mich stand zunächst das Angebot eines kostengünstigen Mittagessens im Vordergrund, dabei ist das gemeinschaftliche Erleben eigentlich viel wichtiger.“ Das kann auch Ernest Ahlfeld bestätigen, der fast jeden Freitag vor Ort ist. „Ich kenne hier jeden persönlich, und ich könnte zu jeder und jedem eine Geschichte erzählen. Viele sind verwitwet und essen sonst immer allein, da ist dieser Freitag etwas ganz Besonderes.“  

Ortsansässige Stiftung unterstützt das Projekt 

Noch wird direkt in der Küche der BruderhausDiakonie gekocht. Wenn die neue Großküche der Stiftung in Reutlingen in Betrieb geht, soll das Essen von dort geliefert werden. Irmgard Wößner ist ebenfalls häufig vor Ort. „Man trifft hier ganz andere Leute, ich bin jeden Tag froh über diese Idee.“ Und auch Pfarrerin Regina Stierlen ist freitags oft mit dabei. Die Pfarrerin ist für das Pfarramt Loßburg 2 zuständig, welches die Ortsteile, das Loßburger Rodtgebiet und das Hehl-Stift umfasst. Sie ist überzeugt: „Nirgendwo anders hätte sich dieses Projekt verwirklichen lassen.“ Dazu gehört auch, wie Pfarrer Ahlfeld berichtet, dass die in Loßburg ansässige Scheckenhofer-Stiftung das Projekt großzügig unterstützt. „Ohne diese Zuschüsse würde es nicht reichen, wir sind dafür sehr dankbar. Denn es wäre fatal gewesen, wenn wir das Projekt aus Geldmangel nach kurzer Zeit wieder hätten aufgeben müssen.“ 

Erfahren Sie mehr über das Seniorenzentrum Gebrüder-Hehl-Stift in Loßburg.