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Pflege solidarisch und zukunftsfest finanzieren

Vertreterinnen und Vertreter der BruderhausDiakonie protestieren gegen die geplanten Kürzungen der Bundesregierung.

Vorstand und Mitarbeitende der BruderhausDiakonie nahmen an der Kundgebung „Gemeinsam für die Pflege“ in Stuttgart teil.

Pflege braucht keine kurzfristigen Sparsignale, sondern verlässliche Rahmenbedingungen. Vor diesem Hintergrund hatte das Diakonische Werk Württemberg zur Kundgebung am 18. Juni 2026 in Stuttgart aufgerufen. Neben Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern war auch der Vorstandsvorsitzende der BruderhausDiakonie, Dr. Tobias Staib, dabei. Mehr als 100 Fahrzeuge von Sozialdienstleistern in Baden-Württemberg beteiligten sich am Autokorso durch die Landeshauptstadt. Die Bundesregierung sieht im Pflegeneuordnungsgesetz an vielen Stellen Kürzungen vor, gegen die in Stuttgart protestiert wurde.

Verantwortliche machten deutlich, was droht 

1. Pflegebedürftige und Angehörige werden stärker belastet: Wenn Kosten vermehrt auf die Betroffenen verlagert werden, steigt das Risiko von Überforderung, sozialer Ungleichheit und Pflegearmut. Pflege darf nicht zur privaten Finanzierungsfrage werden. 

2. Tariflöhne geraten unter Druck: Wenn Tarifsteigerungen nicht mehr vollständig refinanziert werden, entsteht ein Widerspruch: Einrichtungen sollen gute Löhne bezahlen, bleiben aber auf den Kosten sitzen. Das gefährdet Tarifbindung, Personalgewinnung und wirtschaftliche Stabilität. 

3. Versorgungssicherheit wird geschwächt: Wenn Vergütungen begrenzt, Leistungen gekürzt oder Zugangsvoraussetzungen verschärft werden, geraten Angebote unter Druck. Die Folge können Leistungseinschränkungen, Rückzug von Anbietern und weniger verlässliche Versorgung vor Ort sein. 

Was Verantwortliche und Mitarbeitende fordern

1. Pflege solidarisch und zukunftsfest finanzieren: Die Finanzierungslücken dürfen nicht einseitig auf Pflegebedürftige, Angehörige, Mitarbeitende und gemeinnützige Träger verlagert werden. Es braucht eine gerechte, tragfähige und solidarische Finanzierungsreform. 

2. Tarifgerechte Bezahlung vollständig refinanzieren: Gute Pflege braucht gute Arbeitsbedingungen. Tarifbindung darf nicht politisch einerseits eingefordert und andererseits finanziell ausgebremst werden. 

3. Versorgungssicherheit vor Ort sichern: Ambulante, teilstationäre und stationäre Pflege brauchen verlässliche Rahmenbedingungen, damit Pflegeangebote erhalten bleiben und Menschen auch künftig gut versorgt werden. 

Das Signal in Stuttgart: Pflege ist unverzichtbar. Pflege braucht Verlässlichkeit. Pflege braucht eine Finanzierung, die ihrem Auftrag gerecht wird.

Foto im Detail:
Von links nach rechts: Dr. Tobias Staib, Vorstandsvorsitzender der BruderhausDiakonie, Martina Mäder, Referentin Geschäftsfeld Teilhabe zum Leben, Thilo Mutscheller, Region Freudenstadt, Bereichsleitung Arbeit und berufliche Bildung, Tomas Warneke, Referent Geschäftsfeld Teilhabe zum Leben, Arbeit und berufliche Bildung, Jonas Kabsch, Leitung Geschäftsfeld Teilhabe zum Leben, Arbeit und berufliche Bildung, Manuel Weiblen, Referent Geschäftsfeld Teilhabe zum Leben.