Naturkindergarten feierlich übernommen
Die BruderhausDiakonie hat den Naturkindergarten Hopfenhof in Nürtingen-Oberensingen übernommen. Zur Schlüsselübergabe kamen zahlreiche Gäste.
Im Naturkindergarten Hopfenhof verbringen rund 20 Kinder im Alter zwischen drei und sechs Jahren die Tage weitestgehend in der Natur. Geöffnet hat das Angebot von Montag bis Freitag von 7.30 Uhr bis 13.30 Uhr. Die BruderhausDiakonie hat den Kindergarten, den eine Elterninitiative 2018 gegründet hatte, im Januar 2026 übernommen und die Schlüsselübergabe am 24. April 2026 gefeiert. Das Gelände des Naturkindergartens befindet sich auf dem Hopfenhof in Nürtingen-Oberensingen, einem landwirtschaftlichen Familienbetrieb, inmitten von Feldern, Wäldern und Wiesen. Auf dem großen Kindergartengelände wachsen zahlreiche Bäume und Büsche. Direkt daneben leben Hühner und Schafe. Neben einem Bauwagen, einer Jurte und einer „Matschküche“ fällt ein ausrangierter, grüner Traktor auf, von dem aus mehrere Kinder die Eröffnungsfeier verfolgten.
Der grüne Traktor ist ein Lieblingsort
Dr. Tobias Staib, Vorstandsvorsitzender und Fachlicher Vorstand der BruderhausDiakonie, sagte bei der Eröffnung, dass sein Lieblingsort als Kind in diesem Kindergarten wahrscheinlich auch der grüne Traktor gewesen wäre. Zudem erklärte er, weshalb dieser Kindergarten eine echte Bereicherung für die BruderhausDiakonie sei: „Zum einen, weil wir Träger von mehreren Kitas sind und das nun der zweite naturnahe Kindergarten neben dem Waldkindergarten in Aichtal ist. Zum anderen haben wir eine sehr bewusste Nachhaltigkeitsstrategie, die sich nicht darin erschöpft, bis 2035 klimaneutral werden zu wollen, sondern auch den Bildungsauftrag ernst nimmt, der mit Nachhaltigkeit verbunden ist.“ Im Naturkindergarten, so Staib, erlebten Kinder den Kreislauf der Natur, lernten, wo ihr Essen herkommt und spürten die Mühe und Arbeit, die es kostet, sich um Pflanzen zu kümmern.
Die Natur als pädagogische Hauptkraft
Ulrike Haas, Leitung Geschäftsfeld Jugendhilfe der BruderhausDiakonie, erläuterte weitere positive Aspekte des Kindergartens: „Die pädagogische Hauptkraft ist die Natur selbst. Wer jeden Tag draußen ist, erlebt die Jahreszeiten, spürt Regen, sieht Tiere und versteht, dass Mensch und Natur zusammengehören. Dieses Wissen bleibt hoffentlich ein Leben lang.“ Die körperliche Aktivität draußen, das Toben und Klettern trainiere Motorik, Ausdauer, Mut und Selbstvertrauen intensiver, als es in Innenräumen möglich sei. „Bewegung ist hier kein Programmpunkt, sondern Alltag.“
Täglich einen Hahn krähen hören
Landwirt David Traub, auf dessen Hof sich der Kindergarten befindet, war vor rund acht Jahren Initiator dieser naturnahen Einrichtung. Er hat selbst vier Kinder und ihm war es wichtig, „in der jüngsten Generation die Themen Natur, Landwirtschaft und den Bezug zu unseren Lebensmitteln wieder herzustellen“. Ein Großteil der Bevölkerung habe keinen Bezug mehr zur Landwirtschaft. „Sie wissen nicht, wie es sich anhört, wenn ein Hahn kräht und warum er das tut. Hier können die Kinder das jeden Tag hören.“ Annette Bürkner, Bürgermeisterin in Nürtingen, betonte die Bedeutung, die dieser Naturkindergarten hat: „Er ist ein wichtiger und ergänzender Baustein in der Kitalandschaft. Es ist nun gelungen, mit der BruderhausDiakonie als neuem Träger die Zukunft der Einrichtung zu sichern, und wir freuen uns, dass die BruderhausDiakonie unsere Trägerlandschaft ergänzt.“
Das Jahr in der Natur erleben
Der Nutzgarten, der zum Kindergarten gehört, ist fest in den Tagesablauf einbezogen. Säen, Pflegen und Ernten sind wichtige Bestandteile und prägen auch die Aktivitäten im Jahreslauf. So kochen die Kinder beispielsweise Marmelade, essen das selbst geerntete Gemüse oder erfahren, wie aus Äpfeln Saft gepresst wird. Wenn das Wetter einmal nicht mitspielt, bietet der Bauwagen einen geschützten Raum für kreative Angebote wie Weben, Malen oder Basteln. Außerdem stehen den Kindern dort Bücher, Brettspiele und Puzzles zur Verfügung.
Foto im Detail von links nach rechts: Ute Schwarzkopf-Binder, Leitung Region Stuttgart, BruderhausDiakonie; Ingrid Gunzenhauser, Fachbereichsleitung Jugendhilfe Region Stuttgart, BruderhausDiakonie; Mirka Gneiting, Gründungsmitglied Hopfenhof e. V.; Dr. Tobias Staib, Vorstandsvorsitzender und Fachlicher Vorstand Bruderhaus-Diakonie; Annette Bürkner, Bürgermeisterin Nürtingen; David Traub, Landwirt und Gründungsmitglied Hopfenhof e. V.; Ulrike Haas, Leitung Geschäftsfeld Jugendhilfe BruderhausDiakonie
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