Die Oberbergschule Göppingen ist in neuen Räumen
Die Außenstelle Göppingen der Oberbergschule Deggingen ist in die Robert-Bosch-Straße umgezogen. Mit einem Tag der offenen Tür wurde dies gefeiert.
Der neue Standort der Schule bietet mehr Platz und mehr Möglichkeiten. Beim Tag der offenen Tür am Freitag, 26. Juni 2026 wurden die neuen Räume in Göppingen vorgestellt. Dabei beschrieb Joachim Schweizer, Leiter der Oberbergschule, diesen Schritt so: „Für uns ist dieser Umzug etwas ganz Großes. Insgesamt entsprechen die neuen Räume nun viel eher einer Schule.“ Die bisherigen Räume waren mehrere umgebaute Wohnungen, zeitweise sogar an unterschiedlichen Standorten.
Kinder und Jugendliche mit besonderen Herausforderungen
Die Außenstelle Göppingen der Oberbergschule mit Stammschule in Deggingen ist ein Sozialpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum (SBBZ) mit dem Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung. Hierher kommen Schülerinnen und Schüler von Klasse sieben bis zehn, die den Hauptschulabschluss oder den Werkrealschulabschluss machen oder eine Sonderberufsfachschule besuchen möchten. Das besondere Profil ist die Spezialisierung auf Schulabsentismus sowie psychische Erkrankungen oder Belastungen. Dazu gehören Depressionen, Zwänge, Mutismus, selbstverletzendes Verhalten, Suizidalität und weitere Diagnosen. Einige Jugendliche waren zum Beispiel jahrelang nicht in der Schule.
Hoffnung auf Unterstützung und einen Schulabschluss
45 Kinder und Jugendliche besuchen aktuell die Außenstelle in Göppingen. Zwölf Lehrkräfte sowie eine Sozialpädagogin mit ihrem Schulhund sind ebenfalls am Standort tätig. Träger der Schule ist die BruderhausDiakonie. Bei der Begrüßung am Tag der offenen Tür berichtete Anja Reif, die die Außenstelle zusammen mit ihrer Kollegin Irina Heldauer leitet, wie der Umzug in die neuen Räume gelungen ist. „Die Schülerinnen und Schüler haben mitangepackt. Dabei haben sie viel gelernt. Zum Beispiel auch, dass jede Aufgabe wichtig ist – vom Regalausputzen bis zum Möbelabholen.“ Anschließend ging sie auf die besonderen Herausforderungen ein: „Regelmäßig ändern sich die Anforderungen an unsere Schule. Wir richten uns jedes Jahr neu aus. Mal haben wir mehr Abschlussschüler, mal benötigen wir Spezialklassen für Schulpflichtige, die kein Interesse oder keine Hoffnung mehr auf Schulerfolg haben“, erklärte Reif, die auch Konrektorin der Oberbergschule ist. Was es für die Kinder und Jugendlichen bedeutet, nicht zur Schule zu gehen, machten diese bei der Begrüßung selbst deutlich: „Ich habe ein schlechtes Gewissen und traue mich dann am nächsten Tag auch nicht“, oder: „Ich habe Angst, dass ich mich blamiere.“ „Die hassen mich eh alle. Warum sollte ich hingehen?“
Schulhund Oskar sowie Sozial- und Heilpädagogik können helfen
Diese Zitate griff Anja Reif auf und erklärte den Anwesenden, dass ein Schulwechsel in diesen Fällen nicht helfe. Auch Sonderpädagogik komme da an ihre Grenzen. Deshalb sei es so wichtig, dass die Sozial- und Heilpädagogin Melanie Gramlich mit ihrem Hund Oskar mit im Team des Kollegiums sei, so Reif. In den sozialen Gruppenarbeiten und Einzelbetreuungen ist sie Ansprechpartnerin für besonders herausfordernde Themen wie möglicherweise Missbrauch oder auch einfach, wenn sich Schülerinnen und Schüler beschweren möchten. Aufgrund der flexiblen Unterrichtsmöglichkeiten – von kleinen Klassen bis hin zu Einzelunterricht – hätten sie bisher so vielen schwer erkrankten Schülerinnen und Schülern schöne Schultage bereiten und ihnen auf dem Weg zu einem Schulabschluss helfen können.
Bei der Veranstaltung am Tag der offenen Tür präsentierten die Schülerinnen und Schüler ihr Können: Einige spielten Ukulele, im Werkraum erklärten andere ihre selbstgebauten Schaltkreise und wieder andere halfen bei der Ausgabe der selbstgebackenen Köstlichkeiten.