Unterstützungszentrum Langenau

In der Heilerziehungspflege die berufliche Erfüllung gefunden

Ghassen Jaidi schätzt seine Arbeit im Unterstützungszentrum Langenau sehr.

Für Menschen mit Migrationsgeschichte bietet die BruderhausDiakonie vielfältige berufliche Wege an. Ghassen Jaidi hat damit gute Erfahrungen gemacht.

Als Ghassen Jaidi vor elf Jahren nach Deutschland kam, begann ein neues Leben für ihn. Er hatte seine Arbeit in einem tunesischen Hotel gekündigt und eine deutsche Frau geheiratet, mit der er nach Giengen an der Brenz im Landkreis Heidenheim zog. Durch die Heirat stand dem jungen Mann aus Tunesien ein unbefristetes Aufenthaltsrecht zu. „Ich musste nicht um mein Bleiberecht kämpfen wie viele andere“, sagt der heute 33-Jährige, „das hat vieles einfacher gemacht für mich.“ Nach mehreren Jobwechseln fühlt er sich inzwischen auch beruflich angekommen. Seit Juli 2025 ist Ghassen Jaidi Mitarbeiter im Unterstützungszentrum Langenau der BruderhausDiakonie. Er unterstützt dort Menschen mit psychischer Erkrankung oder geistiger Behinderung, geht zum Beispiel mit ihnen einkaufen oder begleitet sie bei einem Ausflug.

In Deutschland den Hauptschulabschluss erworben

Seine neue Tätigkeit macht ihm so viel Freude, dass er den Wunsch hat, eine dreijährige Ausbildung zum Heilerziehungspfleger (HEP) bei der BruderhausDiakonie zu absolvieren. Das ist aber gar nicht so einfach möglich. Denn Ghassen Jaidi hat zwar in Deutschland den Hauptschulabschluss erworben, ein Praktikum beim Arbeiter-Samariter-Bund gemacht und nebenher in der Gastronomie gearbeitet. Um Heilerziehungspfleger werden zu können, benötigt er jedoch den Realschulabschluss. Jetzt hofft der junge Mann, dass ihm die zuständige Fachschule für Heilerziehungspflege auch ohne Mittleren Bildungsabschluss die Chance gibt, seine beruflichen Ambitionen zu realisieren.  

Im Fußballverein Kontakte und Unterstützung gefunden

Bevor er 2014 nach Deutschland emigrierte, hatte Ghassen Jaidi in Tunesien das für sein Visum nötige Sprachniveau A1 erworben. In Giengen an der Brenz setzte er seine Bemühungen, die deutsche Sprache zu erlernen, bis zum Sprachniveau B1 fort. „Meine Sprachkenntnisse haben mir beim Einleben viel geholfen“, betont Ghassen Jaidi, der sich „in Deutschland von Anfang an willkommen gefühlt“ hat. „Es gab keine Probleme mit der Integration. Vielleicht, weil ich gleich zu einem Fußballverein gegangen bin. Dadurch hatte ich Kontakte zu anderen und Unterstützung.“ So habe ihm bei behördlichen Angelegenheiten zum Beispiel sein Trainer immer geholfen. Inzwischen spricht er gut genug Deutsch, um seine Angelegenheiten selbst zu regeln. Er ist von Giengen nach Sontheim an der Brenz gezogen, spielt immer noch Fußball und die meisten seiner Freunde sind Deutsche, wie er sagt. Auch zu seinen Kolleginnen und Kollegen im Unterstützungszentrum Langenau habe er ein gutes Verhältnis und wolle dort bleiben – am liebsten als ausgebildete Fachkraft.