Wohnangebot für Menschen mit psychischer Erkrankung eröffnet
Zwölf psychisch erkrankte Menschen können in Balingen im Zollernalbkreis gesellschaftlich und beruflich wieder Fuß fassen.
Die BruderhausDiakonie hat in der Talstraße 52 in Balingen ein Wohnangebot für zwölf Menschen mit psychischer Erkrankung eröffnet. In zwei Wohngemeinschaften mit jeweils vier Plätzen können acht Bewohnerinnen und Bewohner in einer Besonderen Wohnform ein neues Zuhause finden. Vier Apartments werden im Rahmen des Ambulant Betreuten Wohnens vermietet. Die Wohnangebote richten sich an volljährige Menschen mit einer psychischen Beeinträchtigung. An der Eröffnung am 26. September 2025 nahmen Georg Link, Sozial- und Rechtsdezernent Zollernalbkreis, Ermilio Verrengia, Bürgermeister Stadt Balingen, Kristin Schwarz, Verbandsdirektorin Kommunalverband für Jugend und Soziales Baden-Württemberg, weitere Gäste sowie Vertreterinnen und Vertreter der BruderhausDiakonie teil.
Bedarfsgerechte Versorgung und Durchlässigkeit bieten
Die Wohneinrichtung schließt eine Lücke in der bisherigen sozialpsychiatrischen Versorgung in den Landkreisen Zollernalb und Tübingen und ergänzt das seit 20 Jahren in der Nachbarschaft bestehende Unterstützungszentrum mit Wohnangeboten und Assistenzleistungen der BruderhausDiakonie in Balingen. Im neuen Wohnangebot in der Talstraße 52 werden die Bewohnerinnen und Bewohner in einer beschützten Umgebung rund um die Uhr betreut. Eine begleitende Tagesstruktur, Pflegeleistungen, Gruppenangebote, Unterstützung bei der Zukunftsplanung und ein Garten gehören zum Angebot. Dr. Tobias Staib, Vorstandsvorsitzender und Fachlicher Vorstand der BruderhausDiakonie, sagte bei der Eröffnung: „Die Einrichtung bietet im Sinne des Bundesteilhabegesetzes für die Bewohnerinnen und Bewohner passgenaue Angebote und sie fördert die Durchlässigkeit zwischen den verschiedenen Wohnformen." Die ersten Bewohnerinnen und Bewohner ziehen Anfang Oktober ein. Die Kosten des Neubaus belaufen sich auf rund drei Millionen Euro.
Soziale Teilhabe und Lebensqualität fördern
Georg Link, Leitung Sozial- und Rechtsdezernat Zollernalbkreis, verwies auf die Bedeutung der Wohneinrichtung für die soziale Teilhabe psychisch erkrankter Menschen: „Die Besondere Wohnform ist ein wichtiger Schritt zur Verbesserung der Lebensqualität der Betroffenen und ein Zeichen unserer gesellschaftlichen Verantwortung. Dieses neu geschaffene Haus bietet nicht nur ein Dach über dem Kopf, sondern auch ein Umfeld, in dem psychisch kranke Menschen wieder Fuß fassen und sich entwickeln können.” Michael Mennel, Fachbereichsleitung Behindertenhilfe und Sozialpsychiatrie BruderhausDiakonie Region Freudenstadt, Tübingen, Zollernalb, fügte hinzu: „Unser Ziel ist, Klientinnen und Klienten wieder in die Gesellschaft einzugliedern.“ Für dieses Ziel sind für die Bewohnerinnen und Bewohner Vertrauen, Zusammenarbeit und Respekt wichtig — Eckpfeiler, die Jaqueline Ruoff, seit zwölf Jahren Beirätin im Bewohnerbeirat der Wohnangebote der BruderhausDiakonie im Zollernalbkreis, schätzt: „Hier wurde ich immer mit Verständnis, mit Vertrauen und Respekt behandelt, egal wie krank ich war“. Holger Weisser, Angehöriger einer Bewohnerin, ergänzt: „Gute psychiatrische Arbeit fängt damit an, dass man Menschen nicht auf ihre Krankheit reduziert“.
Integration in die Gesellschaft ermöglichen
Kristin Schwarz, Verbandsdirektorin Kommunalverband für Jugend und Soziales Baden-Württemberg, unterstrich die Bedeutung des Wohnangebots für die Integration in die Gesellschaft: „Die bedarfsgerechte Unterstützung von Menschen mit psychischer Erkrankung und deren gesellschaftliche Teilhabe sind mir ein besonderes Anliegen. Das neue Wohnangebot der BruderhausDiakonie schaffe dafür wichtige Voraussetzungen. Auch für Holger Weisser ist es wichtig, dass Einrichtungen für Menschen mit psychischen Erkrankung nicht an den Rand der Gesellschaft verortet werden. „Zudem ist die Angst vor Vorverurteilung und Ausgrenzung vor allem im ländlichen Raum groß“, betont er. Daher seien Aufklärung und Sensibilisierung für das Thema wichtig. Ermilio Verrengia, Bürgermeister von Balingen, sieht Vorteile für die Menschen mit Beeinträchtigung und für die Stadt im Zollernalbkreis: „Wir freuen uns, dass die BruderhausDiakonie in Balingen ein wertvolles Angebot für Menschen mit psychischer Erkrankung schafft. Das ist ein Gewinn für die Bewohnerinnen und Bewohner – für unsere ganz offene, vielfältige und menschliche Stadt.“
Foto im Detail (von links nach rechts):
vordere Reihe:
Walter Riedel, Leitung BruderhausDiakonie Region Freudenstadt, Tübingen, Zollernalb, Jürgen Vetter, Architekt, Jacqueline Ruoff, Bewohnerbeirätin, Michael Mennel, Fachbereichsleitung Behindertenhilfe und Sozialpsychiatrie BruderhausDiakonie Region Freudenstadt, Tübingen, Zollernalb, Ermilio Verrengia, Bürgermeister Stadt Balingen, Kristin Schwarz, Verbandsdirektorin Kommunalverband Jugend und Soziales Baden-Württemberg, Dr. Tobias Staib, Vorstandsvorsitzender und Fachlicher Vorstand der BruderhausDiakonie
hintere Reihe:
Reinhard Wolf, BruderhausDiakonie Stiftungsmanagement Immobilien, Georg Keller, Statiker, Dekan Michael Schneider, Evangelischer Kirchenbezirk Balingen, Georg Link, Sozial- und Rechtsdezernent Zollernalbkreis, Sebastian Heck, Sozialdezernent Landkreis Tübingen, Holger Weisser, Angehöriger und Vertreter Informations-, Beratungs- und Beschwerdestelle Zollernalbkreis.